Donnerstag, 12. juni 2008
Lui Scherlü:
Schon gestern morgen war ich furchtbar aufgeregt.
Mein Artikel, an dem ich sooo lange recherchiert hatte, sollte auf die Titelseite - mit BILD - also auch noch doppeldeutig. Denn Klausjürgen war nicht nur Theaterdarsteller und Schauspieler, nein
auch ein begnadeter Maler...
Ein ganz großer, aber leider immer verkannter und von zig Kunstakademien belächelter Maler. Wie Hitler einst - so in etwa war die Geschichte meines Artikels.
Das BILD tauchte schon Anfang der 1980'er auf, verschwand aber leider wegen irgendeines großen Fälschungscoup, bei der ein großes Magazin aus Hamburg eine Ente veröffentlichte, im Keller des
Verlagshauses.
Erst als mich Aik die Tage anrief und sagte:
"Lui, sag mal, da ist doch im Lager irgendso'n Hitlergemälde noch, oder? Wo ist das?"
"Aik, nein, von Hitler haben wir kein BILD, glaub ich", Aik kicherte im Hintergrund, "aber auf dem BILD ist auch'ne Nackte, wie die Eva. Erinnerst du dich? Wie in dem Film mit dem
Götze und äähh... dem... Ochsenknecht da!"
"Lui, ah - nackte Weiber gehen immer - das weißt du ja, Lui, nicht? Hauptsache Titten, ob mit Öl oder ohne..."
Wir lachten beide herzhaft und Aik sagte, ich solle den blöden, pickligen Praktikanten in den Keller jagen, damit der das BILD holt.
Nach zwanzig Minuten kam der wieder und stellte es an meinen Schreibstisch.
"Titten sind immer gut!" sagte der Depp und ich erwiederte nur:
"Halt die Fresse, Blödmann, was weißt du schon? Wer bist du überhaupt, dass du die Klappe nicht halten kannst? Mach Kaffee!"
Na ja, wie man mit Praktikanten halt redet. Tzz...
Aik und ich schauten uns das BILD an und entschieden dann, eine geile Sache daraus zu machen:
"Sag mal Lui - der Wussow, ist der eigentlich schon tot?"
"Ja klar mensch. Wir machen einfach ein geheimes Gemälde von dem. Das weiß doch heute kein Schwanz mehr, dass der vielleicht gemalt hat - war eh total verkalkt der Typ."
Wir lachten wieder und ich setzte mich sofort hin, eine geile Sache daraus zu machen:
Titten gehen immer, klar.
Und GEHEIME TAGEBÜCHER:
Aber die Story hatte Matze gemacht. Mir war das etwas zu heiß. Der Aik sagte nämlich:
"Laß das mal den Matze schreiben, Lui - der kennt die Geschichte vom Heidemännlein gar nicht. Und wenn das so eine Ente wird, wie damals, dann schmeißen wir den endlich raus, geht mir eh
auf den Sack, der Arsch."
"Ja ist gut, Aik", hatte ich nur gesagt und mich dann sofort an meinen Artikel gesetzt.